SPANNENDE HÖHLENERFAHRUNGEN

Angst - Mut & More

HÖHLEN-MEDITATIONS-ERFAHRUNGEN AUF LANZAROTE

Im Sommer 2001 und zum Jahreswechsel 2005/2006

  1. Erste Höhlenerfahrungen im Sommer 2001 (geplant waren 24 Stunden in der Höhle)
  2. Meditation zur Klarheit im März 2002 (gut 4 Jahre hat es bis zur Umsetzung benötigt)
  3. Anfang Januar 2006
    ·24 Stunden Meditation in der Pyramide
    ·18 Stunden in der Höhle
    ·120 Minuten über dem Ozean
    ·Geplant waren jeweils 24 Stunden Meditation.

1. Erste Höhlenerfahrungen Sommer 2001

Hier mein Bericht für alle, die vielleicht auf die Idee kommen so etwas „mal einfach so“ zu machen. Es handelt sich jedoch lediglich um kurze Ausschnitte, also keineswegs um alles, was in meinem Hirn herumspukte.

Mir war bewusst, dass es durchaus sein kann, das die Realität sich nicht mehr als solche erkennen lässt, dass evt. Stimmen und Menschen real werden, obwohl sie nicht da sind etc.

Aber lese selbst, falls du magst:

Mit einer lieben Freundin, der Joy, verbrachte ich eine wunderschöne Woche auf Lanzarote. Dieses Ziel war aus bekanntem Grunde ausgewählt … na, ja, ihr wisst schon, die Mahr mit der besonderen Energie der Elemente … und natürlich wegen der Möglichkeit in absoluter –Dunkelheit –Geräuschlosigkeit –Geruchlosigkeit meditieren zu können. Als ich Björns Bericht im Tantra-Forum las war für mich sonnenklar: „Otto das machst du auch!“ Aber fange vorsichtig an, 24 Stunden genügen… dann kannst du ja immer noch sehen.

Als wir eine Höhle gefunden hatten (s. Bild oberhalb) und mit frisch geladenen Taschenlampen, Fotoapparat und dies und das im Rucksack uns in Mutter Erde vorwagten, ging der Puls ganz schön in die Höhe. Angst ist wohl nicht das richtige Wort, aber mulmig war uns beiden doch zu mute. Aber dennoch, Meter um Meter ging es hinein in den Tunnel.

Der Eingangsbereich war schon tief beeindruckend, aber als uns die Dunkelheit vollends verschlungen hatte, verstärkte sich dieses Gefühl noch immens. Die Lichtkegel der Taschenlampen suchten den ganzen Raum ab, sowohl den Boden, um nicht in Abgründe zu stürzen, als auch die Decken, um nicht gegen sie zu stoßen. Der „Weg“ musste natürlich auch noch erkannt werden. Langsam, ganz langsam ging es so hinein, immer tiefer.

Als wir einen guten Meditationsplatz gefunden hatten, kamen wir für die ersten Minuten zur Ruhe. Aber was heißt hier Ruhe? Noch nie hatte ich meine Halsschlagader dermaßen laut vernommen. Ebenso vernahm man die Geräusche des Ein- und Ausatmens. Zu allem Überfluss grummelte der Magen auch noch ab und zu sein Lied dazu.

Die Dunkelheit war mit geschlossenen und offenen Augen vollkommen identisch, die äußere Geräuschkulisse absolut Null. Jedoch bildete ich mir ein den Geruch von „Mother Earth“ zu spüren, auch wenn sie hier unten „Mother Rock“ genannt werden müsste.

Wie lange wir hier gesessen haben kann ich nicht sagen, das Zeitgefühl ist unter diesen Bedingungen stark beeinträchtigt. Aber es waren wohl nur wenige Minuten.

Das Gefühl des Loslassens, der Meditation kam nicht auf. Die Sinne waren noch zu stark mit den neuen Eindrücken beschäftigt.

Am nächsten Tag fanden wir rasch unsere Stelle wieder. Die wilde Höhle hatte schon etwas Selbstverständlicheres. Diesmal beschlossen wir für eine Stunde zu meditieren. Der Wecker sollte uns in die Realität zurückholen. Diesmal grummelte Joy`s Magen.

In dieser Stunde hatte ich erneut das Gefühl nicht so gut in Trance gehen zu können. Erste, wenn auch kurze Momente stellten sich jedoch ein. Zwei Tage später sollte es dann für drei Stunden in die Dunkelheit gehen. Joy wollte nach ein bis zwei Stunden die Höhle verlassen und mich nach Ablauf der drei Stunden abholen.

Diesmal setzten wir uns ca. fünfzig Meter auseinander. Ein Kurve im Tunnel trennte uns. Sie saß dem Ausgang näher, damit sie beim Verlassen der Höhle mich nicht stören würde. Meinen Platz hatte ich sehr sorgfältig ausgesucht. Es handelte sich um einen Felsvorsprung in der Wand. Davor war es vielleicht sechzig bis siebzig Zentimeter relativ eben. Anschließend ging es ca. zwei bis drei Meter fast senkrecht in die Tiefe.

Die Wand gegenüber war absolut schwarz. In der Decke zeigten sich im Scheinwerferlicht einige weiß leuchtende Kristalle.

Durch heftiges Ruckeln checkte ich noch einmal den Sitz ab. Um es bequem zu haben legte ich ein mehrfach gefaltetes Handtuch auf die fast ebene Fläche. Im Lendenwirbelbereich sorgte ein kleines Kissen für etwas Komfort.

Die Augen geschlossen, harte ich nun der Dinge, die da kommen würden.

  • Joy lud den Frieden und die Liebe ein
  • Ich die absolute Freiheit

Dieses Mal nahm ich zwar zunächst den Herzschlag nicht wahr, summte aber ständig innerlich das Mantra: „Hari Om Shiva Om“.

So verging einige Zeit, bis ich ganz leise vier oder fünf Schritte vernahm. Joy hatte wahrscheinlich die Höhle verlassen.

Mehr und mehr tat sich eine andere Welt auf, so weit, dass es nicht immer klar war, ob ich mich in der Realität oder in einer Illusion befand, in Trance oder im Traum.


Weit unter mir konnte ich einen Fluss erkennen. Ich befand mich auf einem Felsvorsprung in unendlicher Höhe an einer senkrechten Wand. Ein verlassener Adlerhorst. Die Wand auf der anderen Seite des Flusses war ebenfalls mächtig und nahezu lotrecht.

Dann stand auf einmal total klar die Frage vor mir:

  • Möchtest du den Tod einladen, die größte Freiheit?

Ja, ich habe ihn eingeladen, zu mir gebeten. Zunächst geschah nicht viel, dann habe ich ihn ein bisschen gefoppt und gesagt: „Nun komm schon, lass dich nicht so lange bitten. Zeige dich, wie du bist, egal wie!

Aus dem Fluss schoss plötzlich ein riesiger Bergkegel empor. Darauf stand ein großes steinernes Kreuz am Kopfende eines riesigen Grabes. Das Grab war mit einer mächtigen, verwitterten Felsplatte bedeckt.

Der Tod lud mich ein ihm zu folgen. Die Platte öffnete sich langsam zur Seite hin. Dann sah ich durch den Spalt hinab in das tiefe Schwarz des Grabes.

Plötzlich ging es wie ein Sog in die Tiefe… die Zeit erschien ewig… mein Körper fühlte sich absolut steif an… immer tiefer und tiefer in die Grabstätte hinab…

Das Gesicht des Todes erschien als Fratze, welche wie in Stein gemeißelt war. Sie nahm überdimensionale Züge an… einige Meter groß… qualvoll verzerrt…

Es entstanden jedoch keine beängstigenden Gefühle. Es war einfach so. Schon breitete sich ein leichtes Gefühl der Verachtung (trifft es nicht wirklich – mir fehlen die passenden Worte dafür) über den Tod aus. Das soll alles gewesen sein?

Da geschah es plötzlich und vollkommen unerwartet. Der Fels auf dem ich saß rutschte ab. Meine Hände stützten sich reflexartig auf dem Boden ab. Mir wurde angst und bange. Nein, ich hatte totale Angst, nicht wissend ob ich noch oben in der Wand auf meinem Adlerhorst saß, oder hier in der Lavahöhle. Die Realität war vollkommen verschwommen.

Mit schlotternden Gliedmaßen prüfte ich den Sitz. Er war bombenfest! Puh… also alles nur Einbildung. Sollte ich nun die Höhle verlassen? Nein – Flying Eagle – warte noch und schaue erst einmal. Wenn es nicht besser wird, kannst du ja immer noch gehen.

Langsam kam ich wieder zur Ruhe. Ab und zu tauchte der Gedanke an die Zeit auf, an Joy, dass sie schon lange hätte hier sein müssen. Aber sie würde mich niemals vergessen, soviel Realitätsbezug war wieder da.


Drei Stunden weiteten sich zu einer kleinen Ewigkeit aus. Dann huschte ein Lichtkegel über meine Augen… vorsichtig rief ich: „Joy… Joy bist du`s?“ Wie aus weiter Ferne vernahm ich ein „ja“. Welch eine Freude, sie war da.

  • Als wir die Höhle verlassen wollten, fiel mein Blick noch einmal auf meinen Sitzplatz.
  • Der Fels hatte sich tatsächlich ca. zwanzig Zentimeter abgesenkt.
  • Es waren die Schleifspuren an der Wand zu sehen.
  • Relativ leicht konnte ich ihn nun bewegen.
  • Realitätsverlust ausgeschlossen! Joy ist meine Zeugin.

2. Meditation zur Klarheit – März 2002

Gut 4 Jahre hat es bis zur Umsetzung benötigt

Resultate

Einer 25-tägigen Meditation zur Klarheit

Anmerkung: 25 Tage lang, jeden Tag eine Stunde hinsetzen, um Klarheit bitten, und die Augen schließen. Nach 60 Minuten schaltete sich die Stereoanlage mit sanfter Musik an, nach 65 Minuten ertönte ggf. der Wecker.

Tagebuchauszug – Sonntag 24.03.02

Die Aufzeichnungen entstanden direkt nach der letzten Medi, also unter völligem Einfluss derselben.

Meine 25-tägige Reise zur Klarheit ist beendet.
Folgende Dinge sind klar geworden:

Ostern werde ich:

  • 24 Stunden in der Pyramide
  • 24 Stunden in Mutter Erde
  • 24 Stunden am Strand meditieren

Und noch eines ist klar geworden:

Total viel Licht und Liebe ist in mir. Von meinem Gefühl her hat sich das 3. Auge geöffnet

Diesmal das Wichtigste zuerst:

Ich habe eine SCHWEINEANGST

…besonders vor den 24 Stunden in absoluter Dunkelheit, Geruchlosigkeit und totaler Stille – na ja, es ist wie immer, es gibt nur einen Weg, und der geht mitten hindurch. Mag mich der Himmel oder die Hölle, der Tod oder das Leben, die Liebe… reines Sein, oder was auch immer dort erwarten – das Leben bleibt spannend. Wahrscheinlich kommt ohnehin wieder ganz etwas anderes heraus als man vorher auch nur im Geringsten zu ahnen vermag.

Namastè – Flying Eagle

Anmerkung: Eigentlich war die Medi nach 24 Tagen beendet, jedoch schreibt Osho, dass man evt. 25 Tage braucht, so man das Gefühl hat, dass noch irgendetwas fehlt, also 24 oder 25 Tage. Irgendwie hatte ich nach der 24. Medi das Gefühl, dass noch etwas fehlt… es folgte Nr. 25.

Meditationstag Nr. 25 – Irgendwann wurde ich während der Medi „wach“, fand mich heulend im hier und jetzt wieder. Was war geschehen? Meine innere Stimme hat mich mal wieder besucht, diesmal in Form von Osho, um mir mitzuteilen, dass ich für 72 Stunden in die Höhle gehen solle – für ganze 3 Tage!!! Dann hab` ich zu ihm gesagt: Das kannst du mit mir nicht machen, lass dir was anderes einfallen, so geht es nicht. Nachdem der Tränenstrom versiegte, stellte ich Musikanlage und Wecker aus; egal wie lange es auch dauern mag, mache einen akzeptablen Vorschlag! Irgendwann fiel ich erneut in Meditation. Dann kam die Antwort mit der Pyramide, der Höhle und dem Strand – jeweils einen Tag.
Mulmig war mir immer noch zu Mute, aber dennoch, ran ans Telefon… aber weder Jörg noch Joy konnten mitkommen… also allein… mir schlotterten die Knie bei dem Gedanken. Mein Weg führte mich ins Reisebüro, aber um ganz ehrlich zu sein, ich habe inständig gehofft, dass sie keinen Flug für mich haben. Und tatsächlich, es gab keinen mehr, außer einer Möglichkeit über Berlin nach Fuerteventura, dann mit dem Schiff… und das alles für gut 1000 DM – einfach zu viel. Nein, das sollte es dann auch nicht sein.

Tja… und nun ist es vollbracht… aber lese selbst, so dir danach ist.

3. Anfang Januar 2006

  •  24 Stunden Meditation in der Pyramide
  •  18 Stunden in der Höhle
  •  120 Minuten über dem Ozean

Von Freitag, dem 30.12. um 21.35 Uhr bis Samstag, den 31.12. um 21.35 Uhr waren bereits 24 Meditationsstunden in der Pyramide erfolgt. Am Neujahrssonntag sollte es nun für 24 Stunden in eine Lavahöhle gehen. Dort herrscht absolute Stille, völlige Dunkelheit und Geruchlosigkeit.

Der Anmarsch bis zum Meditationsplatz in der Höhle dauerte ca. 45 Minuten. Es geht durch 3 Engpässe, einen taufte Christian „Geburtskanal“ (ein enger, ca. 6 Meter langer Kriechgang).

Direkt davor liegt ein „mystisches Gästebuch“ (s. Bild ganz oben). Den großen Raum, welcher als Meditationsraum auserkoren wird, nenne ich Himmel oder Paradies, dort ist viel weiß in Form von Staub oder Kristallen bei Lampenlicht zu sehen.

Beginn: 11.35 Uhr

Ende: 1.05 Uhr nach Mitternacht

Weiße Marmor-Pyramide

Meditation in der Pyramide

Danach mit Gepäck zum Geburtskanal (ein eher grauseliger, enger Ort ).

Nach Erreichen des Meditationsortes kamen rasch viele Bilder mit intensivem Licht, Birgit war immer wieder bei mir, in mir.

Hunderte oder gar Tausende Pyramiden erschienen, teilweise höher als der Everest, manche klein. Absolute Stille, nur Puls und Atem hörbar. Licht, Aufstieg, Dunkelheit, Stille und immer wieder Licht, Licht, Licht, Ausdehnung und Birgit, meine Liebste.

Es geschah so viel, dass es unmöglich ist mehr als einen Bruchteil im Gedächtnis zu verwahren.12 Stunden vergingen so wie im Traum, wunderschön.

Nachdem Christian das zweite Mal um 23.30 Uhr dort war, setzte ich mich wieder auf das Meditationskissen. Eine Unmenge von Bildern und Eindrücken durchströmten mich, manchmal kam ein Gefühl von Schwindel auf. Also beschloss ich etwas zu schlafen, Christian sollte erst um 6 Uhr kommen. Der Schlaf kam nicht direkt, vielmehr hörte ich wie kleine Steine irgendwo herunterpurzelten, auch wurde ein ganz leises fiepen hörbar.

Gut 12 Stunden absolute Ruhe… na ja, sicherlich kann auch in dieser Höhle einmal sich ein Steinchen lösen. Dann zum zweiten Mal das Geräusch von rollenden Steinen, außerdem eines, als ob jemand an der Plastikflasche knabbert. Also aufgesetzt, die Stirnlampe geschnappt und in Richtung Trinkflasche geleuchtet. Aufgeschreckt durch das Licht rannte eine Ratte weg und verkroch sich im Steingewirr.

Puh… aufstehen, durchatmen, klar werden. Halluzination oder Realität? Egal, auf dem Boden schlafen, wenn Ratten mit im Raum sind ist nicht meines. Außerdem ist dann an „sich in Meditation fallen lassen“ auch nicht mehr zu denken, also raus!

Packte alsbald alle Sachen in den Rucksack, auch die Urinflaschen, welche dort standen, wohin die Ratte geflüchtet war, und samt Matratze in Richtung Höhlenausgang. Schnell wurde mir klar, dass ich mich in einem anderen Bewusstseinszustand befand. Oft kletterte ich über Felsen und Erhöhungen und erkannte erst später den besseren Weg daneben. So gelangte ich mit einigen Mühen, dank des übervollen, großen Rucksacks, und der nicht zusammengebundenen Matratze (Gurt hatte Christian), und teilweise einem ängstlichen Gefühl, zum Geburtskanal.

Meditation tief in Mutter Erde

Zunächst kletterte ich zum höchsten Punkt, dort ging es in ein schmales Loch hinein, jedoch nicht weit. Also wieder zurück. Ach ja dort, etwas weiter unten, war das schwarze Einstiegsloch zum Geburtskanal.

Nichts wie rein, samt Rucksack und Matte. Beides verklemmte sich, und ich hatte einige Mühe die Matte wieder herauszubekommen. Also noch einmal hinein. Kurz nach dem Einstieg ging es links hoch, jedoch wiederum nicht weit, dann versperrten Felsbrocken den Weg. Zurück, erneut hinein… wieder der versperrte Weg – Pause, ausruhen, sammeln.

Neuer Versuch, diesmal rechts hinunter, der Blick in den Geburtskanal wurde frei – gleißendes Neonlicht, schneeweißer Boden, keine Spuren sichtbar. So kroch ich vorwärts, bis das Gefühl aufkam, der Weg führt auf eine hochgelegene Galerie mit tiefem Abgrund. Noch etwas weiter und vor mir, ca. 2 Meter entfernt, sah ich eine Felsformation in Gestalt einer sitzenden Leiche, braun verwittert. [Anmerkung: Die einheimische Bevölkerung hatte sich seiner Zeit zum Schutze vor den Piraten in die wilden Lavahöhlen geflüchtet.] Schluck… zurück! Pause, nachdenken, klar werden, Ängste nicht zulassen!

Noch einmal nachgeschaut, ob das Gepäck sicher liegt, eine Stirnlampe in die Hosentasche, die andere auf dem Kopf, nein, eine in die Hand, festgebunden, die andere auf dem Kopf und zurück über die Galerie, über die Gletscherspalte (Riss im Gestein) zu den beiden Tunnel im Tunnel (ein niedriger oben, einer von ca. 2 Meter Höhe darunterliegend). Durch den oberen war ich kriechend gekommen, der untere war unbekannt… also, nachschauen ob dort ein Durchgang möglich ist. Nach einigen Metern ging nichts mehr, weder gerade aus, noch links oder rechts. Wieder Angst die aufsteigen wollte… nein, nicht jetzt.

Selbstgespräche folgten, wie: „Otto du bist bislang überall wieder rausgekommen, so wird es auch hier sein“. Zurück zum Geburtskanal… klar werden! Die Taschenlampen haben Licht, bei sparsamem Gebrauch, für mehrere Tage – 2 Liter Wasser – 1,5 Brötchen – 0,7 Liter Urin für den absoluten Notfall aufbewahren. Also, Teelicht raus, anzünden, Taschenlampe aus, Energie sparen… bloß nicht einschlafen, auf keinen Fall in Meditation fallen.

Gespenstisches Kerzen-Schatten-Geflacker an den schwarzen, durch weiße Flecken betupfte Gestein als reales Schattenspiel erkennen. Das absolut gespenstisch wirkende Schloss oben rechts von mir, waren auch bloß Lavasteine; die schwarze Felsrolle und der schwarze Quader ebenfalls. Fiepen?… nein!

Nachdenken, klar werden… die Lampe vom Rucksack nehmen und in eine Außentasche mit Reißverschluss sichern, nicht das eine Ratte sie sich schnappt. Die andere Lampe in der Hand, am Handgelenk festgebunden, so dass ggf. schnell Licht sein kann.

Ach ja, als in den Medi`s Totenköpfe, oder dunkle Gestalten erschienen, sagte ich ihnen: „Ne ne, heute nicht, das war letztes Mal!“, und sie verschwanden. Diese Momente waren nicht beängstigend. Irgendwann während der Medi`s meldete sich eine innere Stimme, und ich antwortete, dass jede Prüfung recht sei, alles ist ok. – oh scheiße!!!

Klar werden – Hilfe holen! Also schloss ich die Augen und rief zunächst in Gedanken: „Christian… Christian hole mich hier raus… bitte bitte, hole mich hier raus. Nichts, dann: „Joy… wecke bitte Christian, sage ihm, du hättest eine Eingebung, er solle mich hier rausholen. Nichts… immer wieder nichts; habe auch laut gerufen. Na klar, Birgit… also: „liebe, liebe Birgit, ich weiß du kannst mich hören, rufe Joy an, sie soll Christian wecken, und der mich hier rausholen… nichts! ÜBERLEBENSSTRATEGIE entwickeln! Otto du bist absolut sicher hier, dir kann nichts passieren.

So beschloss ich ggf. bis um 6.30 Uhr an diesem Platz auf Christian zu warten; solle er nicht hier sein, starte ich dann mit Minimalgepäck – also Schlafsack, Lampen, Wasser, Urin und Brot; der Rest bleibt liegen. Sollte der Weg durch den Kanal nicht gelingen, so würde ich zurück zum Himmel gehen und einen neuen Versuch starten. Noch einmal zurück zum Doppeltunnel, ja, eindeutig waren hier unterschiedliche Fußsohlenabdrücke zu identifizieren, ich muss am Einstiegsloch zum Geburtskanal sitzen, Irrtum ausgeschlossen… aber ein Rest von Unsicherheit blieb.

Hatte mittlerweile meine Uhr aus dem Rucksack gepackt und am Handgelenk befestigt, es war kurz nach 2 Uhr morgens. Nein, hell werden würde es hier nicht. Ruhig bleiben, klar werden, warten, Decke raus und warm einpacken. 4-5 Stunden dort sind eine lange Zeit, aber dank der Uhr war ihr Voranschreiten messbar. Frühestens um 5.20 Uhr kann Christian hier vorbeikommen, falls er sich an die erste Abmachung, also alle 6 Stunden vorbeizukommen hält;  aber das ist unwahrscheinlich, jedoch möglich. Wahrscheinlich wird er gegen 5.50 Uhr plus/minus 5 oder 10 Minuten hier sein… so ich nicht in einem falschen Gang sitze. Warten, Schattenspiele realisieren, wach bleiben!

5.20 Uhr – also hellwach sein, lauschen, schauen in beide Richtungen ob irgendwo Licht sichtbar wird. 5.35 Uhr – also wird er zu 6 Uhr kommen, warten.

5.40 Uhr – hellwach sein, lauschen, schauen, ab und zu selbst Lichtsignale in den Geburtskanal senden und abwechselnd in die Tunnel.

5.47 Uhr – Lichtschein im Kanal, rufen, erst leise, dann laut und lauter: „Christian“! Beim 6ten, 7ten oder 8ten Ruf ertönt eine Antwort: „ja“!

Ins Loch leuchten… warten… ja, da war er, welch eine Erleichterung. 5.47 Uhr – welche Zuverlässigkeit, und er wusste, dass ich mich zu 100% auf ihn verlassen würde, da Bewusstseinstrübungen in der Höhle, bis zum absoluten Verlust des Realitätsbezuges möglich sind. Da stand er jetzt vor mir, der liebe Kerl, und ich war nicht einmal zu einer Gefühlsregung fähig… erst wenn ich draußen bin.

Stunden des Wartens in der Höhle

Vor dem Geburtskanal

Jetzt laufen die Tränen, drei Tage später beim Niederschreiben des Erlebten. Was für ein Geschenk, welche Gnade, solch einen Freund zu haben – danke. Zwei oder drei Bilder vom Ort des Wartens, und ab durch den Geburtskanal… kein Eintrag mehr ins Gästebuch… kurz angehalten, eine Verneigung und ein Dankeschön für die Erfahrungen – Namaste.

Namaste – das Leben bleibt spannend!

Den Rest durch die Höhle wie in Trance, habe so gut wie nichts wiedererkannt, selbst im Eingangsbereich verwechselte ich die Höhlendecke mit dem Sternenhimmel.

Was bleibt ist die Erinnerung, das Gefühl von tiefer Dankbarkeit für das Erfahrene und an zwei wunderbare Menschen, Joy und Christian – danke.

Flying Eagle

Christian kurz vor dem Höhlenausgang

Ich kurz vor dem Höhlenausgang

Krönender Abschluss

Über dem Ozean

Die Meditation am bzw. über dem Ozean wurde nach ca. 2 Stunden abgebrochen.

Die Wucht der Wellen, welche das Lavagestein unterspülte, brachte es zum erzittern.

Gedankenlosigkeit, Meditation war an diesem Ort nach den Geschehnissen nicht möglich.

Meditationsplatz über dem Ozean

Meditationsplatz oberhalb der Ozeanhöhle

The place do be!